Strahlentherapie: Bei Akromegalie eine weitere Option

06.09.2005

Die strahlentherapeutische Behandlung - auch Radiotherapie genannt - ist im Falle von Hypophysenadenomen nicht die Therapie der ersten Wahl. Manchmal kann sie jedoch eine Alternative zur Operation sein.

StrahlentherapieSie kommt z.B. zum Einsatz, wenn der Patient wegen anderer Erkrankungen nicht operiert werden kann oder wenn er die Operation ablehnt. Auch wenn der Tumor so groß war, dass er nicht vollständig durch eine OP entfernt werden konnte, kann eine Bestrahlung anschließend als zusätzliche Therapie in Frage kommen.

 

Hohe Strahlendosen bringen Tumorzellen den Tod

Bei der Strahlentherapie werden Röntgenstrahlen in hohen Dosen gezielt auf das erkrankte Gewebe gelenkt. Die Zellen werden durch die Strahlen so stark geschädigt, dass sie nicht mehr wachsen und sich nicht mehr teilen können. Das bestrahlte Gewebe stirbt langsam ab. Die Rückbildung des Tumors und die Senkung der Wachstumshormon-Produktion erfolgt dann - je nach GH-Ausgangswert - über einen sehr langen Zeitraum, der sich von einem bis über mehrere Jahre erstrecken kann. Im Allgemeinen lassen sich die GH-Spiegel durch die Strahlentherapie bei ca. 80% der Patienten senken, eine tatsächliche Normalisierung der Wachstumshormon-Werte wird allerdings bisher nur bei etwa 20% der Fälle erreicht.


Nebenwirkungen sind möglich

Da bei der Strahlentherapie auch gesundes Hypophysengewebe im Strahlengang liegt und geschädigt werden kann, können Nebenwirkungen auftreten, die teilweise stark ausgeprägt sind. Bei mehr als der Hälfte aller bestrahlten Patienten führt die Radiotherapie zu einer Unterfunktion der Hypophyse, die eine Unterversorgung des Körpers mit Hypophysen-Hormonen zur Folge hat. In diesen Fällen kann die zusätzliche Einnahme von Hormonen notwendig sein.

 

Aufklärung ist das A und O

Vor dem Beginn einer Strahlentherapie sollten sich Patienten von ihrem behandelnden Arzt über die Risiken der Behandlung aufklären lassen. Denn aufgeklärte Patienten können besser mit den Folgen einer Therapie umgehen. Zudem können im Gespräch Ängste und Sorgen besprochen werden.

Autor: BSMO
Stand: 06-09-2005

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