Somatostatin-Analoga sind die Medikamente der ersten Wahl für die Behandlung der Akromegalie. Unterschiedliche Darreichungsformen ermöglichen den Patienten trotz regelmäßiger Injektionen ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Lebensqualität.
Das körpereigene Hormon Somatostatin hemmt im Organismus die Freisetzung von Wachstumshormon (Growth hormone, GH). Dennoch eignet sich die Substanz nicht für die Behandlung der Akromegalie, da Somatostatin im Blut innerhalb von etwa zwei Minuten abgebaut wird. Für den therapeutischen Einsatz wurden deshalb Somatostatin-ähnliche Medikamente entwickelt, die ihre Wirkung im Körper längerfristig entfalten: die Somatostatin-Analoga.
Anfang der 1980er Jahre gelang es, ein erstes Somatostatin-Analogon zu entwickeln, dessen Wirkdauer im Körper lang genug war, um eine Behandlung der Akromegalie zu erlauben. Das Medikament wird 3-mal täglich unter die Haut (subkutan, s.c.) gespritzt. Viele Patienten lernen rasch, die Injektionen selbst durchzuführen, so dass sie für die Medikamentengabe nicht auf den Besuch einer Praxis oder die Hilfe einer Pflegekraft angewiesen sind. Ähnlich wie die Einnahme von Tabletten wird die regelmäßige Injektion des Somatostatin-Analogons für die Betroffenen schnell zu einem vertrauten Teil der täglichen Gesundheitsroutine.
Patienten erleben die Gabe von Medikamenten per Injektion jedoch als eher unangenehm und als Einschränkung der Lebensqualität, selbst wenn diese - wie im Fall der kurz wirksamen Somatostatin-Analoga - weitgehend schmerzfrei erfolgt und von vielen Betroffenen in Eigenregie durchgeführt werden kann. Aus diesem Grund wurden Darreichungsformen für Somatostatin-Analoga entwickelt, die eine wirksame Therapie mit nur einer einzigen Injektion pro Monat zulassen.
Um die Abstände zwischen den einzelnen Injektionen weiter vergrößern zu können, wurde in den 1990er Jahren eine „intelligente Verpackung" für die Somatostatin-Analoga entwickelt. Während kurz wirksame Somatostatin-Analoga frei in der Injektionslösung vorliegen, befindet sich der Wirkstoff bei den so genannten Depot-Formen in speziellen Mikrokapseln, die das Somatostatin-Analogon verzögert abgeben. Über einen Zeitraum von einem Monat lösen sich die Mikrokapseln nach und nach auf, so dass ein gleichmäßiger Wirkstoff-Spiegel im Blut gewährleistet ist. Damit gewinnen die Patienten an Lebensqualität und Unabhängigkeit.
Studien haben nachgewiesen, dass die Depot-Formen zu den gleichen guten Behandlungsergebnissen führen wie kurz wirksame Formen von Somatostatin-Analoga. Außerdem steht ein kostenloser Patientenservice zur Verfügung, der die Patienten von monatlichen Arztbesuchen entlasten kann. Der Dienst vermittelt den regelmäßigen Besuch durch qualifizierte Pflegekräfte, die die Injektion des Depot-Somatostatin-Analogons durchführen, z. B. direkt zu Hause beim Patienten. Die Terminabsprache erfolgt dabei individuell und richtet sich nach den Bedürfnissen der Betroffenen.